Liebe Freundinnen und Freunde des Philharmonischen Orchesters Riehen
Nach den Sommerferien hat für uns die heisse Probenphase für die Herbstkonzerte begonnen! Wir spielen für Sie die 8. Sinfonie von Ludwig van Beethoven und das Violinkonzert von Johannes Brahms. Unten finden Sie dazu ein kurzes Interview mit unserer Solistin Susanne Mathé.
Der Vorverkauf ist ab sofort eröffnet, und zwar online auf Eventfrog sowie bei Bider&Tanner (Basel) und bei der Papeterie Wetzel (Riehen). Die Termine sind:
Samstag 20. September, 19 Uhr, Martinskirche Basel
Sonntag 21. September, 17 Uhr, Landgasthof Riehen
Wir freuen uns, Sie bei den Konzerten zu begrüssen!

Liebe Susanne, Du spielst mit uns das Violinkonzert von Johannes Brahms. Was hast du für eine persönliche Geschichte mit diesem Konzert?
Ich habe das Brahmskonzert für mein Solistendiplom mit dem Sinfonieorchester Basel gespielt. Auch zum Antritt meiner ersten Stelle als Konzertmeisterin, beim Bieler Sinfonieorchester, habe ich das Konzert gespielt, sozusagen um mich beim Bieler Publikum vorzustellen. Seitdem habe ich andere Konzerte häufiger gespielt, zum Beispiel das Brahms-Doppelkonzert für Geige und Cello.
Wie schätzt Du das Brahms-Violinkonzert im Vergleich mit den anderen grossen Violinkonzerten ein?
Ich halte es für musikalisch tiefgründiger als viele andere Werke. Es geht in diesem Konzert nicht darum, als Virtuose zu glänzen. Brahms ging vom musikalischen Gedanken und der reichen harmonischen Struktur aus; die Violine ist im kammermusikalischen Dialog mit dem Orchester eingesetzt. Ausserdem war Brahms ja kein Geiger, die Umsetzung ist oft pianistisch gedacht. Das Mendelssohn-Violinkonzert zum Beispiel kommt der Geige mehr entgegen, es spielt sich quasi von selbst. Das Brahms-Konzert liegt teilweise nicht besonders gut, es erfordert ein gewisses Ringen mit der Technik. Aber ich liebe dieses wundervolle Werk, liebe diese Herausforderung, entdecke immer wieder Neues und freue mich sehr, es mit dem Philharmonischen Orchester Riehen aufzuführen!
Wie stellst Du Dir die Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester Riehen vor?
Im Jahr 2015 habe ich das Mendelssohn-Violinkonzert mit dem Orchester gespielt und habe die Zusammenarbeit in sehr guter Erinnerung. Den Dirigenten Manuel Oswald kenne ich von seiner früheren Arbeit als Geiger in diversen Kammermusikformationen. Manche Brahms-Interpretationen sind mir zu massiv und zu martialisch. Bei Brahms ist es essentiell, kammermusikalisch zu denken. Ich gehe davon aus, dass Manuel und ich uns da gut verstehen werden, denn wie er bin auch ich vom Streichquartett geprägt. Der grosse ungarische Komponist György Kurtág, der mich als Kammermusiklehrer sehr beeinflusst hat, sagte im Unterricht: «Brahms ist nie quadratisch – bei ihm schimmert fast immer ein Wiener Walzer hindurch.»
(Interview: Valentin Amrhein)
