Newsletter März 2025

Liebe Freundinnen und Freunde des Philharmonischen Orchesters Riehen

Nach den Basler Fasnachtsferien beginnt für uns die heisse Probenphase für die Frühjahrskonzerte! Wir spielen für Sie das 4. Klavierkonzert von Beethoven und die 1. Sinfonie von Brahms. Unten finden Sie dazu ein kurzes Interview mit unserer Solistin Marret Popp.

Der Vorverkauf ist ab sofort eröffnet, und zwar online (siehe untenstehende links) sowie bei Bider&Tanner (Basel) und bei der Papeterie Wetzel (Riehen). Die Termine sind:

Samstag 5. April 2025, 19 Uhr, Don Bosco Basel
Sonntag 6. April 2025, 17 Uhr, Landgasthof Riehen

Wir freuen uns, Sie bei den Konzerten zu begrüssen!

Liebe Marret, Du spielst im Philharmonischen Orchester Riehen Geige und stehst uns ausserdem als hochgeschätzte professionelle Pianistin zur Verfügung. Wie ist es, sozusagen aus dem Orchestergraben auf die Bühne zu wechseln?
Es ist für mich ganz speziell, mit diesem Orchester solo zu spielen, in dem ich jede einzelne Person kenne. Das fühlt sich schon deswegen nach Kammermusik für mich an – hinzu kommt, dass unser Dirigent Manuel Oswald grossen Wert auf kammermusikalisches Musizieren legt, nicht nur im Beethoven-Klavierkonzert, sondern auch in einer grossen romantischen Sinfonie wie der 1. Sinfonie von Brahms. Das bedeutet vor allem, dass man versucht, sich nicht nur auf seine Instrumentengruppe zu konzentrieren, sondern die anderen Stimmen im Orchester gleichsam mitzufühlen. Beim 4. Klavierkonzert von Beethoven ist diese musikalische Grundhaltung besonders angebracht: Beethoven behandelte den Klavierpart nicht wie bis dahin üblich als «Primadonna», sondern als gleichberechtigten Dialogpartner gegenüber den einzelnen Instrumentengruppen des Orchesters. Dieses Empfinden fällt eben umso leichter, wenn man alle 71 KammermusikpartnerInnen kennt!

Du spielst diesmal bei den Proben in der zweiten Geige mit, obwohl nicht sicher ist, dass Du nach Deinem anstrengenden Solopart im Beethoven noch den Brahms im Orchester spielen kannst und magst.
Ja – die Orchesterproben mit Manuel geben mir einfach so viel Energie zurück, auch nach einem anstrengenden Arbeitstag in meinem anderen Beruf als Psychotherapeutin. Man lernt so viel von ihm, über die Musik, die Instrumente, das Aufeinanderhören im Orchester. Wenn ich wählen müsste, am Konzert oder an den Proben teilzunehmen, würde ich darum sicher die Proben nehmen! Und die 1. Sinfonie von Brahms will ich mir natürlich nicht entgehen lassen.

Du bist eine grosse Brahms-Verehrerin, oder?
Tatsächlich kann es für mich gar nicht genug Brahms sein. Ein wichtiger Höhepunkt in meinem pianistischen Leben war deshalb auch die Aufführung seines 1. Klavierkonzertes mit unserem Orchester 2012. Ich hoffe, wir können mit dem Orchester im Laufe der nächsten Jahre auch noch die anderen drei Brahms-Sinfonien spielen – wobei mir die 1. Sinfonie bisher immer am nächsten stand.

Wie findest Du die Kombination des 4. Klavierkonzerts von Beethoven mit der 1. Sinfonie von Brahms?
Musikgeschichtlich gibt es viele Zusammenhänge: Das 4. Klavierkonzert entstand fast zur gleichen Zeit wie die 5. Sinfonie von Beethoven und wurde im gleichen Konzert zusammen mit dieser uraufgeführt (sowie erstaunlicherweise auch noch mit der 6. Sinfonie und zwei Chorwerken). Die 5. von Beethoven hat ihrerseits viel mit der 1. von Brahms gemein – die Tonart c-Moll, die Schicksals-Motive, der Wandel zum strahlenden Dur im Schlusssatz («per aspera ad astra»). Das 4. Klavierkonzert ist zwar zumindest in den Ecksätzen von einer lyrischen Grundstimmung geprägt, aber der langsame zweite Satz und an einigen Stellen auch der 1. Satz bieten ebenfalls Blicke in tiefste emotionale Abgründe. Auch das pochende Kopfmotiv des 1. Satzes, das zunächst sehr friedlich daherkommt, wird spätestens in der Solokadenz in dramatischer Wendung zum Schicksalsmotiv. Ich finde die Kombination der beiden Werke, die für mich zum Schönsten gehören, was je geschrieben wurde, grossartig und freue mich sehr auf die Konzerte Anfang April!

(Interview: Valentin Amrhein)