Newsletter März 2026

Liebe Freundinnen und Freunde des Philharmonischen Orchesters Riehen

Wir laden Sie herzlich ein zu unseren Frühjahrskonzerten – der Vorverkauf ist eröffnet, und zwar online (Eventfrog) sowie bei Bider&Tanner (Basel) und bei der Papeterie Wetzel (Riehen). Die Termine sind:

Samstag 21. März, 19 Uhr, Don Bosco Basel
Sonntag 22. März, 17 Uhr, Landgasthof Riehen

Auf dem Programm steht die «Symphonie fantastique» von Hector Berlioz in einer ganz besonderen Version: Zu erleben sind «Visionen eines Künstlers in Wort und Musik», denn der aus Riehen stammende Schauspieler Matthias Schuppli wird durch die Sinfonie führen, der Berlioz ein detailliertes Programm zugrunde legte.

Berühmt geworden ist die Symphonie fantastique unter anderen durch die musikalische «idée fixe» – eine wehmütige Melodie, sinnbildlich für die Erinnerung des Komponisten an eine Frau, die er offenbar in jungen Jahren verehrt hat. Im Laufe der fünf Sätze der Sinfonie geht die musikalisch dargestellte Liebe durch extreme Stadien, von der schmachtenden Sehnsucht über die Erfüllung bis hin zu Mord und Todschlag, der Hinrichtung des Mörders, und schliesslich der Verzerrung aller Träume im Wahnsinn eines Hexensabbats.

Unten finden Sie einen Ausschnitt aus einem Interview mit Matthias Schuppli und unserem Dirgenten Manuel Oswald. Das vollständige Interview können Sie im Programmheft nachlesen, das ab kommender Woche auf unserer Webseite zum Download zur Verfügung stehen wird.

Wir freuen uns, Sie bei den Konzerten zu begrüssen!

Wie findet man eine gute Balance zwischen Text und Musik, ohne den Spannungsbogen der Sinfonie zu unterbrechen?

Matthias: Indem ich nur Berlioz‘ eigene Texte zu dieser Sinfonie genommen habe und ein Manuskript daraus erstellt habe. Die Musik soll absolut im Vordergrund stehen. Ich fühle mich eher als Rahmenfigur, als Gastgeber, quasi.

Manuel: Der Text hilft wirklich, noch tiefer in die Musik zu gehen. Gerade im ersten Satz versteht man vieles erst, wenn man den Text kennt. Mit deinen Texten verstärkt das noch seine Vision.

Matthias: Er ist auch ein grossartiger Sprachkünstler. Sehr gedrechselt, sehr perfekt, und doch einfach ist seine Ausdrucksweise, mit der er versucht sprachlich Verbindungen zu schaffen zwischen den musikalischen Inseln.

Matthias, was reizt dich daran, Berlioz zu verkörpern? Hat Berlioz etwas Tragisches oder eher etwas Tragikomisches?

Matthias: Figuren zwischen Tragik und Komik haben mich immer gereizt. Das Komische an Berlioz liegt in seiner Verzweiflung, in seinem Nicht-verstanden-werden, seinem Kämpfen um eine Existenz. Das hat gleichzeitig etwas sehr Ernstes aber auch Komisches. Damit kann ich mich durchaus identifizieren (lacht).

Manuel, was bedeutet es, dieses kühne und visionäre Werk mit einem Amateurorchester zu erarbeiten?

Manuel: Dass ein Text dazukommt, hilft sehr. Wenn man sagt, warum etwas lauter oder leiser sein soll, kommt man auf eine andere Ebene. Und in Riehen spielen die Leute wirklich gut. Die Schwierigkeit ist die französische Leichtigkeit, die Transparenz. Und die Extreme: «quasi niente» und dann irrsinnig laut – aber mit Qualität. Gleichzeitig macht es enorm Spass, diese Palette zu erforschen.

(Das Gespräch führte Alexander Sloendregt)